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Intro: Camera Obscura

Alles muss raus!

Nach über zwei jahren ist M42 nun bei der letzten Serie aus dem riesigen Metropolis-Studios-Archive angelangt: Camera Obscura. Eine Staffel Chronicles of the Insect War ist auch noch übrig, aber das ist ja keine unbekannte Serie mehr.

Poster zur 1. Staffel

Ich habe Camera Obscura so lange zurückgehalten, nicht weil es so schlecht ist (da gab es ja schon ganz andere Kandidaten), sondern weil ich so stolz darauf bin. Das war damals ein absolutes Prestige-Projekt, in das sehr viel Arbeit geflossen ist und das mehr als so ziemlich jede andere Serie hier darunter leidet, unvollendet zu sein. Nur Fish ist ein vergleichbarer Fall. Hatte lange Zeit naiv gedacht, ich würde irgendwann unterwegs schon eine neue Staffel schreiben, damit das in einem Rutsch rauskommt, aber ihr wisst ja .. ich musste die hehren Ziele von M42 etwas eindampfen. Für den Moment wird Camera Obscura also offen enden, aber es besteht natürlich weiterhin der Plan, das noch zu ändern.

Worum geht’s überhaupt? Um die Welt der Kino-Serials der Vereinigten Staaten der 30er-Jahre, als die großen Studios (denen nicht nur die Filmproduktionen, sondern auch die Kinoketten gehörten) darum wetteiferten, das Publikum zu binden, indem sie aufwändige Fortsetzungsserien vor ihre Kinofilme schalteten. Das Konzept der stark serialisierten Erzählform, den eng gesetzten Cliffhangern, das ist keine Erfindung der letzten zehn oder zwanzig Jahre, das stammt aus der Frühzeit des Kinos. Und dort hat man es sich aus dem Radio abgeguckt. Pathé, Republic, Mascot, Columbia, Universal, das waren die großen Studios hinter den Serials – die beiden letzteren sind noch heute ganz große Kino-Imperien und das Erbe von Republic Pictures lässt sich auch noch bis heute verfolgen.

Ich habe vor vielen Jahren angefangen, mir einige der Serials anzugucken. „Flash Gordon“ und „Undersea Kingdom“ beispielsweise. Vorteil: die Produktionen sind so alt, dass vieles davon Public Domain ist. Nachteil: die Produktionen sind so alt (und damals schon möglichst günstig produziert), dass vieles davon qualitativ unterirdisch ist. Schwarz-Weiß-Bild mit ein paar Flecken und ein bisschen Rauschen hat mich nie gestört. Aber die miese Qualität der Tonaufnahmen der damaligen Zeit finde ich echt schwierig. Trotzdem eine absolut faszinierende Ära.

Poster zur 1. Staffel

Camera Obscura ist genau in dieser angesiedelt. Solche Period Pieces sind unheimlich aufwändig zu schreiben, selbst wenn es sich nur um eine halbe Seite Text pro Episode handelt. Man will ja das Zeitkolorit einfangen und auch keinen Nonsens erzählen. Im Gegensatz zu Fantasy-Stoffen, für die es vor allem die Phantasie des Autors braucht, bedeutet das: Recherche, Recherche, Recherche. Um den Aufwand zumindest abzumildern, ist Camera Obscura großflächig fiktionalisiert, sowohl was die Hauptfigur Walter Chappell und sein Obscura Movie Theatre angeht als auch die Welt drumherum. Das „Mirage Studio“, das in Episode 3 erwähnt wird, hat es unter dem Namen zum Beispiel nie gegeben, es könnte aber genauso gut „Republic Pictures“ sein.

Der Vater von Chemiestudent Walter Chappell stirbt unter ungeklärten Zuständen und hinterlässt ihm das Obscura, ein großes Lichtspielhaus am Rande der Stadt, heruntergekommen und schlecht geführt, da sich Vater Edward mehr mit Technikbasteleien beschäftigt hat. Auf Edward wartet eine neue Lebensaufgabe, die er so nicht vorgesehen hatte und ihn nicht nur in die faszinierende Welt des Films verschlägt, sondern auch mit ungeahnten Mysterien konfrontiert. Manchmal sieht die Kamera offenbar mehr als das menschliche Auge.

Camera Obscura hat einen kleinen Mystery-Anteil, der die Basis der Serie bildet, aber in der ersten Staffel meist völlig in den Hintergrund rückt. Die zweite Staffel würde oder wird da mit Sicherheit stärker drauf eingehen.

Bislang gibt es eine Staffel mit 6 Folgen. Aus Sicht des Autors so ziemlich das Beste, was es hier zu lesen geben wird. Und hoffentlich irgendwann auch noch mehr!

Camera Obscura läuft ab 7. Juni jeden Dienstag um 20:00 auf M42!

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Intro: Chronicles of the Insect War

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