Retro: Walk Into The Bar

Anfang Dezember lief hier klammheimlich eines von bisher nur zwei Formaten an, die ich erst für M42 neu geschrieben habe, von denen also zuvor noch gar kein Material existierte. Das andere, Rogue Mangostan, startete letzten April mit großem Getöse zum einjährigen Jubiläum. Walk Into The Bar hat nicht einmal ein Intro vorab bekommen wie ich es für die meisten Serien hier schreibe. Das lag allerdings eher am dichten Terminplan. Das Wochenende war mit der Movie Night und dem Intro zu Chronicles of the Insect War voll, die beiden darauffolgenden mit Santa Claws. Daher nun ein paar Worte als Retro. Auch wenn die Staffel genau genommen erst morgen endet.

Die Entstehungsgeschichte von Walk Into The Bar ähnelt ein bisschen der von Rogue Mangostan. Beide Serien standen damals als Neuproduktionen auf dem Produktionsplan der nie realisierten neunten Quotenspiel-Staffel, die Idee hierzu ist also auch schon wieder rund neun Jahre alt, womöglich noch älter.

Damals hatte das Konzept noch den Titel „Walk Into A Bar“, den ich tatsächlich erst einen Tag vor Serienstart geändert habe, da es ja schließlich um eine bestimmte Bar geht und die Episoden auch immer mit „Steph kommt in die Bar“ eröffnen. Der alte Name zeigt aber noch ein bisschen besser, wo die Idee ursprünglich her kam: von den Bar-Witzen á la „Ein Mönch, eine Ente und ein Regenschirm kommen in eine Bar …“. Nein, keine Pointe, ich kenne keinen Witz, der genau so beginnt. Der Gedanke war, wieviele Jokes man in einer Bar erzählen könnte. Total abgefahrene Stories, die immer nur die Bar als Rahmen haben. Eine Anthologie der Witze sozusagen, die keine zusammenhängende Story, keinen gemeinsamen Kanon haben müssen.

Nun füllt ein Witz natürlich keine ganze Episode und eine Sketch-Comedy wäre in Textform nichts anderes als aneinandergereihte Barwitze geworden. Also habe ich Walk Into The Bar doch ein bisschen mehr Struktur gegeben. Es gibt vier zentrale Figuren: Steph, Darren, Sadji und Kurt (ich habe einen vorherigen Entwurf wiedergefunden, in dem es fünf sind und sie Colin, Wilfred, Annette, Trish und Andy heißen). Für alle vier habe ich Charakterzüge und ein bisschen Hintergrund, aber nichts davon ist in Stein gemeißelt und kann in einzelnen Episoden einfach geändert werden. Siehe Sadjis Schwangerschaft in der zweiten Folge, die in keiner anderen Episode stattfindet.

Wäre Walk Into The Bar ein Videoformat, dann würde man viel stärker merken, dass es eine Anthologie und keine abgespacte Variante von „How I Met Your Mother“ ist. Denn jede Episode beginnt gleich. Und damit meine ich identisch. Wie „Täglich grüßt das Murmeltier“, nur dass die Ereignisse dann sehr schnell auseinanderdriften und sich auch das Setting meist schnell deutlich unterscheidet. Im Text mache ich das damit kenntlich, dass jede Episode gleich beginnt (und alle bisherigen Episoden irrwitzigerweise auch denselben Titel tragen), muss aber zugeben: so richtig klar wird das leider nicht.

Damit zumindest das Murmeltier-Schema schnell klar ist, hat der Pilot einen Prolog und einen Epilog bekommen, in denen klar wird, dass diese Stories den gleichen Rahmen nutzen, aber niemals in einem gemeinsamen Kanon mit der Hauptstory kompatibel sein könnten.

Morgen läuft die sechste und letzte Folge der Staffel und obwohl ich bislang eher semi-zufrieden damit bin, die Möglichkeiten zu nutzen und gleichzeitig die Charaktere greifbar zu machen, hab ich irgendwie Lust, das noch besser zu machen, daher ist mit einer weiteren Staffel zu rechnen. Außerdem gibt’s trotz Anthologie sogar einen Cliffhanger!

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