1×03 – Das Schlagloch / Die Prinzessin und die Kröte

XF 3000 – Das Unfassbare. Präsentiert vom Kopf von Jonathan Frakes.

Ein Bild des berühmten Malers Arthus Robotus. Schauen Sie genau hin in das Gewirr von scheinbar zufälligen Linien und Punkten. Hier oben rechts in der Ecke hat Robotus eine winzige Version eines seiner früheren Werke versteckt. Bewahren Sie sich diesen scharfen Blick bei den Geschichten, die wir Ihnen heute erzählen. Am Ende dieser Episode lösen wir auf: Welche dieser Ereignisse haben sich so tatsächliche auf der Erde zugetragen? Welche auf einem fremden Planeten? Und welche haben unsere Autoren komplett erfunden? Entdecken Sie die Wahrheit – oder vielleicht doch nur ein weiteres Rätsel?

Geschichte 1: Das Schlagloch

Haben wir uns nicht alle schon einmal darüber geärgert wie unser Hovercar über ein Schlagloch in der Straße stolpert und nahezu in den Gegenverkehr springt, weil der Staat nicht bereit ist, genügend Geld in den Straßenbau zu investieren? Graham hat als Trucker tagtäglich mit Schlaglöchern zu kämpfen. Doch ein solches hat er noch nie erlebt.

Graham war seit über zwanzig Jahren als Trucker auf den Straßen der Welt unterwegs. Trotz der rasanten Entwicklung der Technik war es immer noch eine schweißtreibende Arbeit und immer neue Gefahren warteten. Im Radio wurde eine Warnung vor Schlaglöchern für den Highway durchgegeben, auf dem sich Graham befand. Aber die Lieferung eilte und so reduzierte Graham das Tempo nicht. Mit schwerwiegenden Konsequenzen: Als unter den dichten Wolken eine tiefschwarze Nacht hereingebrochen war, schlug der Straßensensor Alarm. Graham riss den Lenker herum, entkam dem Loch, aber konnte das Gefährt nicht mehr stabilisieren. Auf der Seite liegend kam der Truck zum stehen. Graham stieg aus. Kaum hatte er zwei Schritte in der Dunkelheit getan stürzte Graham in das Schlagloch am Boden, ein tiefschwarzer Kreis mit drei Metern Durchmesser. In Panik griff Graham zum Kommunikator und setzte im Fallen einen Funkspruch ab knapp bevor der Empfang aussetzte. Graham fiel in schwärzester Dunkelheit. Der Funkspruch erreichte Michael Goodwin in der Rettungszentrale. Sofort schwang er sich mit zwei Kollegen in den Einsatzwagen und flog mit heulenden Sirenen zum Unglücksort. Dort entdeckte er den auf der Seite liegenden Truck, die Ladung auf dem Straßenrand verteilt. Vorsichtig schritt Michael an den Rand des Schlaglochs und leuchtete mit seiner Taschenlampe herein. Graham sieht das Leuchten im Fallen, Sekunden später ergreift er das Seil, das neben ihm vorbeigeschossen kommt. Kurz darauf wird er wohlbehalten aus dem Loch gezogen, für das Michael eine Tiefe von sieben Kilometern misst.

Ein Mann fällt in ein kilometertiefes Loch, es dauert mindestens eine halbe Stunde bis Rettung heraneilt und trotzdem wird er noch im Fallen gerettet. Er sieht sogar das Licht der Taschenlampe. Wie ist das möglich? War hier gedämpfte Gravitation im Spiel oder eine Zeitschleife? Vielleicht ist es aber auch eine erfundene Geschichte unserer Autoren, die einige Logiklöcher aufweist.

Geschichte 2: Die Prinzessin und die Kröte

Wer ekelt sich nicht vor den schleimigen, haarigen Raupen, die unsere Bäume zerfressen, obwohl wir wissen, dass sie sich einmal in wunderschöne Schmetterlinge verwandeln werden? Margareth begegnet in unserer folgenden Geschichte keiner Raupe, aber hätte sie sich doch bloß an eine solche Metamorphose erinnert.

Margareth lebte ein unbeschwertes Leben als Prinzessin im gewaltigen Königreich ihres Vaters. Da ihr der passende Prinz an ihrer Seite fehlte verbrachte sie ihre Tage meist alleine im Hofgarten. Eines Tages spielte sie mit ihren Miniaturplaneten, als plötzlich eine Schwalbe vorbeiflog und sie irritierte. Einer der Planeten geriet aus seiner Umlaufbahn und plumpste in den nahegelegenen Brunnen. Verzweifelt starrte Margareth in den Brunnen, als eine Kröte daraus empor sprang, die Margareth versprach, die Kugel aus der Tiefe des Brunnens zu holen, wenn er dafür fortan mit ihr gemeinsam spielen dürfe. Margareth versprach dies und die Kröte brachte ihr den verlorenen Planeten zurück. Doch statt ihr Versprechen einzulösen packte die Prinzessin all ihre Planeten in ihren Nylonbeutel, ließ die Kröte zurück und lief zurück in den Palast. In der Nacht erwachte Margareth plötzlich von einem lauten Quaken auf ihrer Bettdecke und erschrak als sie die Kröte vor sich sah. Diese erklärte ihr, dass sie noch ihre Pflicht zu erfüllen habe und er jetzt mit ihr spielen wollte. Mit Ekel wand sich die Prinzessin ab und sagte ihm, dass sie niemals mit einer so hässlichen Kreatur spielen würde und er ihr Bett verlassen solle. Da bot ihr die Kröte eine neue Abmachung an, sodass er ihrem Vater nichts von dem gebrochenen Versprechen erzählen würde: Wenn sie ihm nur einen einzigen Kuss gebe, würde er sie sofort in Ruhe lassen. Nach langem Zögern wählt Margareth das kleinste Übel und küsst die Kröte auf den Mund. Diese verwandelt sich in in den schönsten jungen Mann, den Margareth je gesehen hat. Wortlos verlässt der Mann Margareths Zimmer und kehrt niemals zurück.

Eine hässliche Kröte verwandelt sich in einen schönen Prinzen, jemanden auf den Margareth ihr ganzes Leben gewartet hat. War hier finstere Magie im Spiel, die den Prinzen in eine solche Kreatur verwandelt hatte? War es Margareths DNA, die seine Verwandlung aufhob oder war er ein außerirdischer Formwandler? Ist die Geschichte vom verlorenen Prinzen wahr oder haben wir es hier mit einem Märchen unserer Autoren zu tun?

Die Auflösung

Nun ist es an der Zeit aufzulösen. Sind unsere Geschichten tatsächlich so auf der Erde geschehen, haben sich auf anderen Planeten zugetragen oder waren sie eine Erfindung unserer Autoren?

Lassen Sie uns einen Blick auf die Geschichte des Truckers werfen, der in ein tiefes Loch stürzte und noch im Fallen gerettet wurde. Waren hier Zeitspalten oder Gravitationslinsen im Spiel? Nein, lediglich die Phantasie unserer Autoren.

Und die Prinzessin, die eine Kröte in einen Prinzen verwandelt? Dies ist tatsächlich auf der Erde passiert wie historische Dokumente aus Deutschland aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts belegen.

Haben Sie die richtigen Hinweise entdeckt? Oder ist Ihnen das Detail im Gewirr des Mysteriösen verborgen geblieben? Grämen Sie sich nicht, Sie werden bald merken wie die heutige Stunde ihren Verstand geschärft hat. Ihr Kopf von Jonathan Frakes.

In der nächsten Folge weitere Geschichten. XF 3000 – Das Unfassbare.

Oha, die Schlaglöcher der Zukunft sind nicht ohne!
Die in der Auflösung erwähnten Gravitationslinsen sind übrigens etwas vollkommen anderes.

Die zweite Geschichte ist unverkennbar eine im Verlauf von weiteren 1000 Jahren immer weiter umgedichtete Variante des Froschkönigs. So alt, dass sich im Jahr 3000 das Märchen nicht mehr von einem „historischen Dokument“ unterscheiden lässt.

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