1×02 – Das Erbe des Roboters / Die Steinfiguren

XF 3000 – Das Unfassbare. Präsentiert vom Kopf von Jonathan Frakes.

Wie sie sehen, sehen sie nichts. Ein vollkommen schwarzer Raum. Was hier drin ist können sie höchstens erahnen. Sie müssen versuchen, mit ihrem Geist das Schwarz zu durchdringen. Genau wie bei den Geschichten, die wir Ihnen heute erzählen. Am Ende dieser Episode lösen wir auf: Welche dieser Ereignisse haben sich so tatsächliche auf der Erde zugetragen? Welche auf einem fremden Planeten? Und welche haben unsere Autoren komplett erfunden? Ich hoffe, Sie tappen dabei nicht allzu sehr im Dunkeln.

Geschichte 1: Das Erbe des Roboters

Die Sonne, der Energiespender für alles Leben auf der Erde, egal ob Mensch, Maschine oder .. nun, Mutant eher nicht. Manchmal braucht es aber gar keine ganze Sonne, um ein neues Leben beginnen zu können. Melinda reicht etwas viel kleineres. Vielleicht gar ein einzelnes verirrtes Elektron.

Die schlechte Nachricht ereilte Melinda in der Mittagspause: Ihr Patenonkel Bot Hector war an Systemversagen gestorben. Melinda erinnerte sich nicht mehr an vieles aus ihrer Kindheit, darunter aber an mehrere Episoden, in denen Bot für sie da war, deren leiblicher Vater sie und ihre Mutter früh im Stich gelassen hatte. Eigentlich konnte Melinda es sich nicht leisten, zur Beerdigung zu gehen, da sie sich ihren Urlaub regelmäßig ausbezahlen ließ, um über die Runden zu kommen – vor allem jetzt, da Bot ihr nicht mehr finanziell unter die Arme greifen können würde, wie er es schon oft getan hatte. Von seinem Vermögen würde sie nichts sehen, da Roboter nicht testamentsberechtigt sind und ihr Besitz unter den versionshöheren Kindern aufgeteilt wird. Schließlich erklärte sich Melindas Kollegin bereit, für einen Tag ihre Arbeit mit zu übernehmen. Die Beerdigung hatte ein gigantisches Ausmaß, über hundert Leute waren gekommen, unter ihnen auch Kelvin Bot, der Alleinerbe von Bots Vermögen. Melinda fühlte sich klein und unwohl in der Menge und beschloss schnell wieder zu gehen, aber nicht ohne Bot ein letztes Mal zu sehen. Sie beugte sich über den offenen Sarg, als plötzlich ein letzter Impuls elektrischer Energie durch Bots Elektronengehirn gefunkt sein muss. Bot Hectors rechter Arm schoss reflexartig nach oben und durchbohrte Melindas Brustkorb. Dann fiel der Arm erschlafft wieder nach unten. Verdutzt blickte Melinda an sich herab. Funken schlugen aus ihrer Brust – sie war selbst ein Roboter! Einige Tage später bekommt sie ein Gutachten zugeschickt. Sie ist die uneheliche Tochter von Bot Hector und damit rechtmäßige Erbin des halben Vermögens.

Kann man wirklich über Jahrzehnte als Mensch leben wie Melinda und nicht merken, dass man tatsächlich ein Roboter ist? Und was war das für ein merkwürdiger Zufall, der Melinda am Grab ihres Vaters der Wahrheit auf die Spur brachte. Hat Bot mit seinem letzten Funken Energie seiner Tochter ein sorgenfreies Leben beschert oder steckt kein Funke Wahrheit in dieser Geschichte?

Geschichte 2: Die Steinfiguren

Ein Kieselstein. Einer von vielen wie wir sie in Bächen oder den grünen Stränden von Andromeda finden. Ein uralter Zeuge der Vergangenheit, gesegnet mit tausend Geschichten, die wir nie erfahren werden. Vielleicht ist es sogar einer von Nathans Steinen.

Der sechsjährige Nathan hatte bis zu diesem Tag leider keine schöne Kindheit. Vor zwei Jahren war seine leibliche Mutter gestorben. Sein Vater Rafael hat sich immer liebevoll um ihn gekümmert, doch das hatte sich mit dem Einzug von Luise geändert. Seit Luise da war arbeitete sein Vater Überstunden, um ihre teuren Kleider zu finanzieren. Luise wiederum hatte kein Interesse an Nathan. Sein Spielzeug hatte sie in den Müll geworfen, angeblich, weil es sie zu sehr an Rafaels Ex-Frau erinnerte. Immer wenn Nathan begann, zu quengeln, dass ihm langweilig war, schenkte Luise ihm Steine. Solle er sich damit doch eine Spielzeugarmee bauen. Mittlerweile ging Nathans Steinsammlung in die hunderte, doch an diesem Nachmittag bekam er keinen Stein geschenkt als er zu jammern begann. Stattdessen packte ihn Luisa und warf ihn ins Auto. „Du wirst dich nicht mehr zwischen uns drängen!“ fauchte sie ihn an. Nach einer halben Stunde Fahrt kamen sie an einer abgelegenen Hütte an. Luise warf Nathan in den Keller, verriegelte die Tür und fuhr davon. Am Abend erzählte sie Rafael, Nathan sei davon gelaufen und sie habe ihn nirgends finden können. Rafael suchte verzweifelt bis er vor Erschöpfung einschlief. Als die Sonne aufging wurde er auf ein Glitzern auf dem Boden aufmerksam. Es war einer von Nathans Steinen. Dann entdeckte er einen weiteren. Und noch einen. Sie bildeten eine Spur, der Rafael mit Luise folgte bis sie Nathan im Keller der Hütte entdeckten. Als Nathan Luises Tat verrät, flieht diese, stolpert über die Türschwelle und schlägt mit dem Kopf auf den Boden. Sie bleibt leblos liegen. Es ist einer von Nathans Steinen, er hat sich in ihre Schläfe gebohrt.

Woher kam die Steinspur, die Nathan das Leben gerettet hat? Hat er sich im letzten Moment seine Sammlung gegriffen und wie im Märchen von Hänsel und Elektra als Brotkrumen ausgelegt? Aber die Steine wogen zusammen an die hundert Kilo – kein Gewicht, das ein Sechsjähriger tragen kann. Ist die Geschichte wahr? Oder haben wir Ihnen hier etwa eine falsche Fährte gelegt?

Die Auflösung

Nun ist es an der Zeit aufzulösen. Sind unsere Geschichten tatsächlich so auf der Erde geschehen, haben sich auf anderen Planeten zugetragen oder waren sie eine Erfindung unserer Autoren?

Da war die Geschichte von Melinda, die sich nicht nur als Roboter, sondern sogar als Tochter ihres vermeintlichen Patenonkels entpuppt. Kann sowas wirklich geschehen sein? Tatsächlich. Diese Geschichte trug sich vor rund 40 Jahren auf den Schweizer Inseln zu.

Und Nathan, der von Steinfiguren vor seiner bösen Stiefmutter gerettet wird? Auch diese Geschichte ist wahr und ereignete sich so auf dem Asteroiden C14, dem Planetoiden der lebenden Steine.

Lagen Sie heute richtig oder hat erst unsere Auflösung Licht ins Dunkle gebracht? Manchmal verbirgt sich im Dunklen eben doch mehr als man denkt. Ihr Kopf von Jonathan Frakes.

In der nächsten Folge weitere Geschichten. XF 3000 – Das Unfassbare.

Die Einleitung zu Geschichte 1 spielt darauf an, dass Mutanten in Futurama fernab der Sonne in der Kanalisation leben.
Und was ist das da ganz am Ende eigentlich für ein Schnitzer als C14 in ein und demselben Satz einmal als Asteroid und einmal als Planetoid bezeichnet wird? Oh Boy!

Ab dieser Folge gibt es ein neues Logo, da die Pilotfolge bereits für die vorherige Quotenspiel-Saison geschrieben worden war. Daher ist diese Episode auch die erste M42-Weltpremiere von XF 3000!

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