Intro: The Ship

Poster der ersten Staffel

Als CBS im Jahr 2009 Harper’s Island ankündigte, war ich ganz schön gespannt. Eine Horror-Serie über eine Hochzeitsgesellschaft auf einer Insel, auf der ein Killer umgeht und einen nach dem anderen über die Klippe springen lässt. Dabei bin ich gar kein großer Fan von solchen Filmen, aber in einer Serie kann man allein aufgrund der Länge mehr Unterbau erwarten als in 90 Minuten.

Nun, Harper’s Island wurde nicht nur ein Zuschauerflop, es konnte auch inhaltlich nicht fesseln. Lange erst einmal vor sich hindümpelnd und mit unsinnigen Nebenplots und einer Prise Mystery nervend, zog es zwar in der Mitte der Staffel an, scherte sich aber nicht so sehr um Logik und Motiv und lieferte ein eher vermurkstes Finale ab.

Aber aus der Grundidee müsste man eigentlich so viel herausholen können. Enger Raum, die ständige Atmosphäre von Bedrohung (setzte bei Harper’s Island relativ spät ein), ein Murder Mystery, bei dem der Zuschauer mitraten kann, weil man schon allein durch die zeitliche Enge der viel im Detail erzählen muss.

Ein Problem des Konzepts: Wir leben im Zeitalter totaler Vernetzung und wenn irgendwo ein Mörder umhergeht, dann ist Hilfe schnell gerufen. Bei Harper’s Island wurde das durch Unwetter um die namensgebende Insel mehr schlecht als recht angegangen. Für The Ship, meine Variante des Themas, habe ich daher das offene Meer gewählt. Nicht nur gibt es hier keinen Handyempfang, es gibt auch kein Entkommen. Wer über Bord springt kann mit dem fast sicheren Tod rechnen.

Poster zu Folge 1×05

Bedingt durch den beschränkten Platz zum Schreiben habe ich den Cast außerdem eng umrissen und schneller ausgedünnt. Gegen die anfängliche Langeweile à la Harper’s Island beginnt The Ship direkt mit einer Katastrophe, die alle Figuren unmittelbar betrifft und auch ohne einen eindeutigen Mörder stellt sich schnell Todesangst ein. Mysteriöse Elemente wie die Wahrsagerin oder das unheimliche Kind aus Harper’s Island fehlen komplett, weil sie den Realismus aus der Serie nehmen, der da sein muss, damit auch die Bedrohung real wirkt.

Ich will nicht behaupten, dass meine Auflösung cleverer ist. Als ich die Serie das erste Mal veröffentlichte kamen Kommentare, dass diese lange vorher geahnt worden sei. Beim Durchlesen und Korrigieren sämtlicher Folgen fand ich hingegen, dass die Serie dem Leser wenig Chancen gibt, richtig zu liegen, weil es einfach sehr an Hinweisen fehlt. Genauer kann ich darauf jetzt natürlich nicht eingehen.

Poster zu Folge 1×08

Ähnlich wie Harper’s Island eine grandiose Namensgebung der Episoden hatte („Whap“, „Crackle“, „Ka-Blam“, „Bang“, … wurde im Deutschen leider komplett verhunzt) gibt es auch bei The Island ein übergreifendes Titelkonzept. Jede Episode trägt einen Frauennamen, dieser kann aber auch eine ganz andere Bedeutung haben. Ich habe das am Ende jeder Episode kurz kommentiert.

The Ship umfasst 8 Episoden, die Story ist damit abgeschlossen. Es gab Pläne für eine zweite Staffel mit komplett neuen Figuren, die allerdings nicht umgesetzt wurde. Eventuell hole ich das irgendwann mal nach.

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